BIKERSTAMMTISCH im Lkrs.Muenchen-O
 
 
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Welcome to the Bikerstammtisch im Osten des Landkreises München 
  
 


WISSENSWERTES 



ÜBER CLUBS, MF, MC UND WEITERES

Der MC - Gesetze? Regeln? Ethos!

MC, Motorcycle Club - für manche Biker der Lebensinhalt, für andere ein rotes Tuch, für einige ein Wunschtraum, den meisten Normalbürgern ziemlich egal.

Zu welcher der genannten oder auch anderen Gruppe man sich auch rechnet, das Wissen über das, was einen MC ausmacht, ist dünn gesät, zumeist lückenhaft oder sogar falsch.

Es gibt keine festgeschriebenen Gesetze!
In der Gemeinschaft der Biker gibt es eine allgemeine Auffassung von OK und nicht OK, die es nicht nötig hat, niedergeschrieben zu werden. Wie diese "Regeln" über Jahrzehnte hinweg gewachsen sind, muss auch jeder, der sie kennen lernen will, hineinwachsen und ein Gefühl dafür entwickeln, sie leben.

Das Besondere daran ist, dass man sie überall wiederfindet, wo es Biker gibt, was nicht zuletzt ein Verdienst internationaler MCs wie dem Hells Angels MC ist, der sogar die gesamte Welt umspannt. So wird es für ein Mitglied eines MCs nicht schwer sein, sich in einem MC am anderen Ende der Welt zurechtzufinden.

MCs werden oft mißverstanden, ja sogar angefeindet. Es geht um die Grundhaltung, um das, wonach man sich aus dem Bauch heraus richtet - nicht um das Zurückdrehen des Gasgriffes in der 70er-Zone, weil rechts ein weißer Blaulicht-Golf steht, obwohl man noch weiter 120 fahren möchte. Es geht auch um Verantwortung für das Bikertum. Die, die diese Grundhaltung wirklich leben, wissen um die Verantwortung, sei es nun bewusst oder unbewusst. Und es geht um bewährte Traditon, die verständlicherweise nicht mit einem Schlag umgestoßen werden kann.

Was schließlich unbedingt berücksichtigt werden muss, ist, dass es sich um die Grundhaltung einer Gruppe handelt. Keiner wird zum Eintritt in diese Gruppe gezwungen und wer diese gewachsene Grundhaltung der MCs nicht akzeptiert, wird auch nicht dazugehören.

So versteht es sich nun fast wie von selbst, dass Member, welche schon jahrelang in einem MC leben und ihr weiteres Leben auch nichts anderes wollen, sehr wohl darauf achten, diese Szene sauber zu halten und sich nicht von ein paar Möchtegerns auf ihrer Ideologie herumtrampeln lassen.

Colourträger - eine Frage der Lebenseinstellung

Colourtragen ist eine Lebensphilosophie und kein Kasperltheater ! Die colourtragende Szene erscheint vielen ebenso interessant wie unbekannt.
Wie geht das? Was dürfen wir tun? Was beachten? Wie werde ich wo Mitglied?

Das Thema ist genauso alt wie heikel. Seit Jahrzehnten gilt in den USA ein Biker mit Colour zum harten Kern der Bikerszene. Nicht erst durch die 1%-Story und Hollister sind Colourträger dort in die Outlaw-Ecke gestellt.

Bei uns ist nicht ganz so krass. Die Philosophie des Colourtragens unterscheidet sich jedoch grundlegend von jener der zahlreichen Freizeitclubs und bedeutet eine Lebenseinstellung für den Träger. 

Viele  Newcomer-Clubs haben wenig bis gar keine Ahnung über Hintergrund und Sinn eines Colours. Man sieht diverse Colours bei einem Bikertreffen, ist eine Gruppe sich "schon ewig kennender Freunde" und schon passiert es: Ein Club wird gegründet und man braucht unbedingt ein eigenes Colour. Wozu? "Die anderen haben es ja auch!" - "Sieht doch urcool aus!"

Das Colour wird nicht getragen, um sich zu profilieren oder am Wochenende auf irgend einem Treffen eine Show abzuziehen. Danach verschwindet es bis zur nächsten "Action" wieder im Kleiderschrank. Colourträger ist man immer oder gar nicht!

Dazu kommt die Tatsache, dass "wahre" colourtragende Clubs ihre Anerkennung und Achtung nicht durch sinnlose Prügeleien und Repressalien erwerben, sondern vielmehr durch den Zusammenhalt mit anderen Clubs und vor allem durch die Achtung der so oft zitierten ungeschriebenen Gesetze eben dieser Colourszene.

Es sollte sich jeder Club überlegen, ob und aus welchem Grund man ein Colour trägt oder tragen will. Freizeitspass als alleiniger Grund ist allemal zuwenig. Die ungeschriebenen Gesetze bedeuten auch, dass man sich daran halten sollte, das bedeutet nicht nur eine Szene in der Szene sondern auch eine Freiheit in der Freiheit.

Der Weg zum MC-Member

Der Weg vom Freebiker zum Member ist jenem eines MCs in die Clubszene sehr ähnlich. Auch hier kann man davon ausgehen, dass der Kontakt zur Szene bzw. zu einem speziellen MC über eine Zeit hinweg gewachsen ist. Schließlich entsteht der ernsthafte Wille zur Aufnahme in einen Club nicht durch plötzliche Eingebung.
Liegt man auf einer Linie, wird man sich öfter im Clubhaus oder auf Partys usw. sehen und kennen lernen. Klar gibt es immer wieder Einfaltspinsel, die bei einem MC wie aus dem Nichts auftauchen und am liebsten gleich mit dem Colour am Rücken das Clubhaus wieder verlassen würden. Kein Kommentar!

Der "Hangaround"
In den USA war diese Phase des Kennenlernens früher eine Zeit, in der ein Freebiker dauernd vor dem Clubhaus "rumhing", er war ein "Hangaround". Rumhängen allein führt jedoch zu nichts, der Hangaround half bei Bedarf dem Club, wurde mal mit reingenommen und man lernte so einander kennen. Keine Bindung, lose, easy, ohne Verpflichtungen, klarerweise auch ohne Rechte. Die Absicht am Clubleben teilnehmen und Member werden zu wollen ist aber deklariert und kann in der Hangaround-Zeit auch schon durch ein Patch kenntlich gemacht sein.

Der "Prospect"
Bewährt sich der Hangaround während dieser Zeit der losen Verbindung (zumeist etwa ein Jahr) trotzdem eigentlich keine Pflichten bestehen nicht zuletzt auch durch Einsatz, Ehrlichkeit und Respekt, lässt er damit das vermuten, was sich der MC erwartet und bietet der MC andererseits das, was er sich erwartet, wird der MC den bisherigen Hangaround zum Prospect - zum "Bruder auf Zeit" - für wieder etwa ein Jahr ernennen.
Zu erkennen kann dieser Status im Werdegang zB. bei einem dreiteiligen Colour durch den unteren Teil des Colours, den "Bottom Rocker", und den Aufnäher "MC" sein bzw. auch durch den eindeutigen Schriftzug "Prospect".

Die Ansicht, ein Prospect wäre etwas Minderwertiges, der Putzlappen eines MCs oder so ähnlich, trifft auf die meisten MCs nicht zu. Diese Zeit soll ergeben, ob sich der Biker, der als Hangaround zum MC passte, auch als Bruder mit allen Pflichten eignet und nicht, ob er als Sklave taugt. Wenn wir bei Pflichten zB. an die regelmäßige Teilnahme an Clubabenden, die Mitarbeit bei der Vorbereitung von Parys etc. denken, wird klar, warum eine Mitgliedschaft bei einem MC in 150 km Entfernung nicht ganz einfach und der Erfolg fraglich sein wird.
Manche MCs schaffen für diese "Anschlussmitglieder" den Status eines "Nomaden", hierzulande findet man den Begriff jedoch kaum.

Mitglied zu sein bedetutet da zu sein - und das ist gut so.
Ein Prospect bewährt sich dadurch, dass er an, in und für die Gemeinschaft des MCs arbeitet, den MC stärkt und sich als Bruder bewährt, der er auch ist, wenn auch auf Zeit. Was so hochtrabend klingt, gründet auf eigenem Empfinden und geschieht dann wie von selbst. Einem guten Prospect wird man nicht sagen müssen, was zu tun ist, er wird es sehen. 

Der "Member"
Wenn alle Member des MCs das Gefühl haben, dass aus dem Prospect, dem "Bruder auf Zeit", ein "Bruder für immer" geworden ist, bekommt dieser das durch die Übergabe des Colours bestätigt. Die Ernennung zum Member ist in jedem Fall ein Fest und soll auch ein unvergessliches Erlebnis sein.

Manche MCs halten die Tradition der Taufe hoch, die zB auch recht feucht oder schlammig ausfallen kann, andere sind der Meinung, dass man einen zukünftigen Bruder nicht beferkeln soll, wie man ihn auch als Prospect nicht knechten kann und dann plötzlich als Bruder behandeln will.

Wie es nun weitergeht, ist endgültig in jedem Club verschieden: zB. ab wann ein Member ein Tattoo tragen darf, ab wann er eine Funktion im Club bekleiden kann usw.

Der MC - Die Funktionen

Ein MC ist banal soziologisch betrachtet eine Gemeinschaft. Nun mag sich diese Beziehung nicht immer in Amtstiteln oder Dienstgraden niederschlagen, de facto ist sie aber vorhanden. So auch in einem MC, aber als Struktur, nicht als Hierarchie.

Wir sprechen also absichtlich von einer Struktur der "Funktionen" im MC und nicht von "Positionen"! Es ist in unseren Augen keine Hierarchie, sondern ein Finden und Zuordnen der Aufgaben. Hierarchien haben auch immer etwas mit Vorgesetzten und Untergebenen zu tun, hemmen damit einerseits und stehen andererseits in krassem Gegensatz zum Freiheitsgedanken.

Zu den Funktionen
Ohne die oben verteufelte Hierarchie doch wieder darstellen zu wollen, beginnen wir beim Präsidenten. Manche nennen ihn auch President, Präsi, Presi, Pres oder Prez etc. Er ist aber weder der Herrscher noch eine reine Repräsentationsfigur. Er ist so etwas wie der Gesamtkoordinator. Über ihn laufen die Infos und Aktivitäten, er sitzt - ob allein oder nicht - in diversen Gremien und natürlich hat er gewisse Führungsaufgaben. Seine Stimme zählt jedoch wie jede andere. Keinesfalls ist er für alles zuständig oder allein verantwortlich. Das wäre zum Scheitern verurteilt.

Die Funktion des Vizepräsidenten, auch Vice President, Vize, Vice usw. genannt, wird unterschiedlichst gehandhabt. Er vertritt jedenfalls den Präsidenten und kann im Falle eines Falles - zeitlich begrenzt oder unbegrenzt - seine Funktion übernehmen.

Der Sergeant at Arms ist eine Funktion, die zumindest offiziell nicht in jedem MC besetzt ist. Er ist wie auch immer für die innere und äußere Sicherheit des Clubs verantwortlich, und das auch auf einem Fest im tiefsten Irgendwo um vier Uhr früh. Auf Festen des Clubs fallen ihm natürlich besondere Aufgaben zu und auch die Sicherheit des Clubhauses geht auf sein Konto.

Der Secretary, Sekretär oder wie sonst noch genannte Meister der Worte ist der Club-Kontakt in Papier- oder elektronischer Schriftform und das nach außen und auch innerhalb. Er bereitet weiters Sitzungen vor, führt Unterlagen, pflegt Medienkontakte usw. Zu seinen Aufgaben kann auch der Internet-Auftritt des MCs gehören, was natürlich andere Anforderungen an sein Können stellt. Der Begriff "Web-Secretary" ist diesbezüglich schon aufgetaucht.

Eine besondere und am besten angeborene Eigenschaft muss auch der Kassier oder Treasurer mitbringen: Geiz! Seine Funktion ist wohl jedem klar. Es muss extrem schwierig sein, ihm auch nur einen Silberling zu entlocken. Er ist aber nicht nur der Hüter der Finanzen, sondern auch verantwortlich für das Einbringen der Mitgliedsbeiträge und die treibende Kraft, wenn es darum geht, die Clubfinanzen zB. durch ein Fest wieder zum Leben zu erwecken.

Der Road Captain oder Road Master ist verantwortlich für Clubbewegungen, also das zeitlich begrenzte örtliche Verändern. Seine Arbeit beeinflusst Ausfahrten, Touren, Cluburlaube u.A. entscheidend, denn er ist für die Routenwahl, Übernachtungen, das Planen der Pausen, die Organisation von etwaigen Begleitfahrzeugen, Tickets, Fähren, den Kontakt zu Reisebüros usw. verantwortlich.
Wie bei allen Funktionen ist der Road Captain damit aber nicht alleingelassen, denn der Safety Officer/Crewleader unterstützt ihn nach Kräften.

Die Funktionen koordinieren die Arbeit aller (und arbeiten natürlich selbst mit). Teamwork ist in einem MC kein leeres Wort. Damit wird aber auch das (Fach-)Wissen über die einzelnen Bereiche auf breiter Basis gehalten. Sollte eine Funktion ausfallen, ist das Bestehen des Clubs nicht gefährdet. Allein der Club entscheidet nämlich, wer welche Funktion bekommt und dafür sind persönliche Eigenschaft und Einsatz interessanter als Dienstjahre oder "gute Kontakte". Wenn jemand keine Funktion erhält, es er deshalb auch nicht "geringer".

MCs und Frauen
Ein heikles Thema. Und seit jeher auch ein heiß diskutiertes Thema.

Die Tatsache, dass Frauen in einem MC nicht Mitglied werden können, bedeutet nicht, dass sie keine Rolle spielen. Im Gegenteil, Frauen verkörpern eine der tragenden Säulen eines MCs.

Die Mitgliedschaft in einem MC streift man nicht ab wie ein T-Shirt oder lässt sie mit dem Bike vor der Türe stehen. Member zu sein greift auch tief in das Leben außerhalb des MCs ein und beeinflusst eine Partnerschaft oder das Familienleben nachhaltig.

Umso schwieriger ist es, eine Partnerin zu finden, die das akzeptiert bzw. sogar unterstützt, denn jedes Entgegenwirken würde zum Scheitern der Beziehung führen. Nur Frauen, die 100%ig zu ihrem Partner stehen, können die dafür nötige Energie und Bereitschaft aufbringen und nur sie können beurteilen, was es bedeutet, eine Beziehung mit einem MC-Member zu haben: Clubabende, Arbeiten für Partys, Rallys Verpflichtungen in der Clubszene und viel Unvorhergesehenes stellen jede Partnerschaft auf eine harte Probe.

Die Partnerschaft bzw. Familie eines MC-Members kann zeitweise fast ins Hintertreffen geraten. Anerkennung und Respekt gebühren jeder Frau, die sich hier einsetzt - ein Einsatz, der sicher an der freien Arbeit eines MCs nicht unwesentlichen Anteil hat.

Beim Stichwort Arbeit drängt sich die Behandlung der zuweilen vertretenen Ansicht in den Vordergrund, Frauen dürfen natürlich in einen MC, aber nur zum Putzen. Abgesehen von dem erbärmlich chauvinistischen Beigeschmack müssen wir dem auch aus einem anderen Grund entgegentreten: Die weibliche Unterstützung bei den hausfraulichen Tätigkeiten in der Vorbereitungsphase von Festen oder Partys mag sich oft positiv auf die spätere Zufriedenheit der Gäste auswirken, die Sauberkeit des Clubhauses bzw. -geländes ist jedoch Sache des MCs - der Hangarounds, Prospects oder eben der Member selbst.

MCs und Polizisten

Es gibt viele Kosenamen für sie, die (Damen und) herren, die fast jedem Biker schon einmal auf die Nerven gegangen sind: Weit verbreitet ist wohl der Begriff "Bulle", den man angeblich sogar ungestraft verwenden kann, da so ein Bulle ja ein starkes, potentes Tierchen ist.  "Schande" leitet sich vom Gendarmen her. Wie auch immer bezeichnet, sie müssen alle damit leben, dass die Tore der meisten MCs für sie verschlossen bleiben - als Member ohnehin und oft auch als Gäste.

Zuerst räumen wir mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf: MCs verschließen sich nicht gegenüber Polizisten, weil gesetzeswidrige Handlungen den Alltag eines Clubs prägen!
Auch wenn vielerorts versucht wird, die Szene zu kriminalisieren, ist das Wesen eines MCs keinesfalls im (mehr oder weniger) organisierten Verbrechen zu suchen. Nur weil die Werte, die dem Ethos des Bikertums zu Grunde liegen, nicht von jedermann verstanden werden, sind Außenstehende oft versucht, gleich alles pauschal als verdächtig einzustufen. Diese einmal vorgefasste Meinung wird dann leider zum Teil solange verfolgt, bis sich der Verdacht irgendwie bestätigt. Die Gefahr dabei ist, die uralte Gleichung "Colour = böse" aufleben zu lassen und die Szene insgesamt zu (vor)verurteilen.

Das Sammeln von Informationen, deren Aufbereitung und Verdichtung sowie diese dann "an den Mann zu bringen", ist die Aufgabe, zu der sich Exekutivorgane verpflichten. Über kurz oder lang ergeben sich dabei Gewissenskonflikte zwischen der vom Verstand befohlenen Pflichterfüllung und dem vom Herz gesteuerten Wollen: einem Freund den Führerschein abnehmen, einen Verwandten anzeigen, einen Kollegen bestrafen.

Je überzeugter und pflichtbewusster ein Polizist seine Aufgabe erfüllt und je stärker die Verbindung zum Gegenüber ist, desto größer ist der Konflikt. Eine der stärksten Verbindungen ist unzweifelhaft jene zwischen MC-Membern. Auf der anderen Seite verlangt die Polizeiarbeit, der Beruf als Buhmann der Nation um wenig Geld, auch wesentlich mehr an Überzeugung als zB. die eines Gelegenheitsarbeiters.

Unbestritten ist also die Unvereinbarkeit des Polizistentums mit der MC-Mitgliedschaft, mit "the one percent that doesn't fear or care" oder etwas freier formuliert gilt im MC: "A Kieberer is ka Haberer."