BIKERSTAMMTISCH im Lkrs.Muenchen-O
 
 
(HOW TO FIND US)

(DATES)

(PICS)
 
(LINKS)

(CONTACT US)

(RT.66 Informations)

(GOOD TO KNOW)

(BACK TO MAINPAGE)



(Our host and sponsor)
Welcome to the Bikerstammtisch im Osten des Landkreises München 
  
 


WISSENSWERTES 




ÜBER OUTFIT, KUTTEN, PATCHES UND WEITERES
Outfit
Unserer Auffassung nach verdienen alle, die das Gespür das Gefühl für die Gemeinschaft unter den Motorradfahrern in sich haben und diese Gemeinschaft auch achten und pflegen, die Bezeichnung "Biker". 

Sieht man sich auf Bikertreffen um, kann man aber generelle Merkmale identifizieren, an denen auch unwissende Mitmenschen einen Biker erkennen. Schwarzes Leder gehört sicher dazu, aber nach der Erkenntnis, dass auch jene Motorradfahrer Biker sein können, die Gore-Tex & Co schätzen, bleibt die Kutte, diese Weste mit Bikerinsignien, die über dem Leder getragen wird, als der äußere Hinweis auf den Biker, der darin steckt.

Die Kutte
Der Ursprung der Kutte liegt, wie so oft, in den USA und war ursprünglich ein Levi's Jeans-Jacket mit abgeschnittenen Ärmeln. Mittlerweile etablierte sich jedoch auch die Lederweste als elegantere Version als Träger des Clubemblems. In unseren Landen kann man feststellen, dass Lederwesten eher als schlichte Kutten zum Einsatz kommen, vor allem, wenn das Colour eines Clubs mehr sagt und keiner weiteren Erklärung bedarf.

Das Jeans-Jacket - ob mit oder ohne Kragen - ist wesentlich weiter verbreitet, auch bei Free-Bikern sehr beliebt und wird nahezu immer mit Patches diverser Clubs und Rallys sowie Biker-Sprüchen überhäuft, mit Nieten bestückt und einem Kettchen hier oder einem Pin da verziert.

"More is beautiful" zählt vielerorts. Andere suchen sich die Aufnäher gewissenhaft aus und würden nie den Patch eines Clubs aufnähen, den sie nicht persönlich kennen oder den Pin einer Veranstaltung anstecken, bei der sich nicht waren. So "wächst" eine Kutte von Saison zu Saison und erzählt bereits nach ein paar Jahren die Geschichte ihres Trägers.

Manche wollen jedoch nicht warten, sondern gleich wie ein Rally-erprobter Biker aussehen, nähen alles auf die Weste, was irgendwie nach Aufnäher aussieht, reißen dafür überflüssige Teile runter und unterziehen alles mit Lötlampe und Altöl einem künstlichen Alterungsprozess. Irgendwie passt der Schwindel nicht zum Bikertum. Die Kutte sollte "natürlich" wachsen, jeder Patch - auch unter Fluchen - selbst aufgenäht werden, jede Niete selbst geschlagen sein.

Patches

Nahezu alle Kutten leben von den Patches, die sie zieren. Man bekommt diese gestickten oder gerdruckten Stoffabzeichen in Bikerstores, Zubehörgeschäften, auf Ralleys und mittlerweile sogar in Heimwerkermärkten und Souveniershops oder im VGU-Shop. Patch ist aber nicht gleich Patch. Vor allem, wenn es um "Insider"-Zeichen geht, trennt sich die Spreu vom Weizen - auch beim Wissen über ihre Bedeutung.

Hand aufs Herz - wie steht's um die Kenntnis über die Bedeutung der Patches auf der Kutte?

Die Abkürzung "D.F.F.L." steht für "Dope Forever, Forever Loaded". Manche werden an "Easy Rider" erinnert, kann man dort doch kiffende, vollgedröhnte Biker sehen. Diese Assoziation stimmt aber nicht, denn "Easy Rider" ist ursprünglich kein Bikerfilm. Dennis Chopper und Peter Honda sitzen nur zufällig auf Panhead-Harleys, denn der Kern des Films ist der Widerstand, nicht das Biken. Sorry!
Genauer betrachtet wird auf Bikerfesten nicht mehr konsumiert als auf Volksfesten oder ähnlichen Veranstaltungen.

"S.F.F.H." schlägt mit "Stoned Forever, Forever Happy" in dieselbe Kerbe - immer besoffen, immer glücklich.

Die "13" gehört ebenso in diese Rubrik. Sie bedeutet weder die Glücks- oder Pechzahl, sondern steht hier für den 13. Buchstaben im Alphabet - das "M" wie Marihuana. Dies heißt jedoch keineswegs, dass der Träger dieses Patches auch "M" in der Tasche oder im Hirn hat.

Die ganze Welt ist ..."F.T.W." ist zur Abwechslung keine besoffene oder bekiffte Angelegenheit. "Fuck The World" heißt das Motto. Mit allem im Clinch zu liegen, gegen alles zu sein, keine Regeln, keine Pflichten, ist die sicher diskussionswürdige Kernaussage. 

Clubs, Rallys, Aktionen

Schlußendlich bieten u.a. auch Veranstaltungen eine Möglichkeit, die Kutte zu schmücken. Ein Patch der Rally in Dingsda und ein Freundschaftspatch des MC XY sollte jedoch nur auf der Kutte landen, wenn man die Veranstaltung besucht hat und den MC kennt. Die Methode "Bring mir einen Patch mit!" füllt zwar die Kutte, geht jedoch an der Absicht vorbei. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass mir die Rally gefallen haben muss, schließlich nähe ich mir ja nicht jeden Sch... auf meine Kutte.

Hollister und 1%

Die meisten wissen, dass es das Bikertum betrifft. Die Idee, es habe mit Hollister, jenem kleinen Städtchen in Kaliforniern, zu tun, kommt der Wahrheit schon näher.

Viele Quellen sprechen nun davon, dass sich einige US-Clubs gerade zu diesem einen Prozent zählten und das Symbol in einer Raute als Patch führten. Sie bezeichneten sich selbst als "One Percenters" oder "Outlaw Bikers", was aber nichts mit Kriminalität zu tun hatte. Ursprünglich bezeichnete man als "Outlaws" jene Clubs, die nicht zB. über die A.M.A. Mitglied in der "Federation Internationale Motorcycliste" (FIM) waren und sogenannte "Outlaw-Races" veranstalteten, die nicht dem Regelwerk (und den Abgaben) der A.M.A. unterworfen waren.

Eine weitere Erklärung, vollkommen abseits der Presseberichte und furchtbar gescheiten soziologischen Arbeiten über die Biker-Szene drang ebenfalls an mein Ohr: "1 %? Das bedeutet doch, dass ein Prozent der Bevölkerung Motorrad fährt", erklärte mir ein langjähriger Member eines der ältesten MCs. Zuerst betrachtete ich diese banale Erklärung wenig, bis ich wenig später auf die Existenz der angeblich "ersten" Einprozenter stieß. Es waren US-amerikanische "Biker", die schon vor dem 2. Weltkrieg dieses Logo - wenn auch ohne Raute - auf ihren Jacken und Sweatern trugen, um zu zeigen, dass sie sich zum "Biken" bekennen.

Clubs - Die Anfänge

Nicht zuletzt wird der Club oft als "Familie" bezeichnet, was jedoch nichts mit diversen gut gehüteten italienischen Strukturen zu tun hat, sondern eher als kleinste Einheit verstanden werden soll.

Menschen neigen als soziale Wesen grundsätzlich zur Gruppenbildung. Motorradfahren ist da keine Ausnahme, kann aber auch ein sehr individuelles Vergnügen sein. Alleine zu fahren hat gewisse Vorteile, die durch eine Gruppe erst aufgewogen werden, wenn Harmonie herrscht, vom Fahrstil angefangen über Routenvorlieben bis zu Pausenbedürfnissen und Übernachtungswünschen. Gewisse Vorgaben in der Wahl der Mitglieder können in Bezug auf das Zusammenwirken und die Einigkeit im Club also durchaus Sinn machen.

Wie so oft liegen die Wurzeln der Sache in den USA. Noch vor dem 2. Weltkrieg gab es dort eine Clubszene, die ihren Ursprung im privaten Motorradsport hat, also nicht im offiziellen Rennsport. Damals gab es eine Vielzahl "Privatfahrer", die fast jedes Wochenende ihre Bikes rennsportmäßig im Oval, über Speedtracks, Berghänge hoch oder einfach über Straßenkurse trieben. Gegenseitige Unterstützung war nötig, um die Bikes auf den Einsatz vorzubereiten, um an Teile zu kommen, Reparaturen durchführen zu können oder auch nur wieder nach Hause zu kommen.

Diese "Teams" trugen "Rennanzüge" unterschiedlicher Farbe. Mit diesen (Renn-)Farben erklärt sich die Herkunft des "Colours" als Club-Ident und "Farben" eines Clubs.

Dies setzte sich in den 1960ern weiter fort. Bei all den englischen Bikes war man oft schon beim (Zoll-)Werkzeug auf Hilfe angewiesen. Die Clubs trugen größtenteils die Namen der Marken, denen sie sich verschrieben hatten und schwarze Lederjacken kamen auf. In den späten 1970ern und frühen 1980ern trat diese "technische Abhängigkeit" zurück. Manche Clubs wandelten sich und Neugründungen hatten andere Motive, die nicht mehr so isoliert von Amerika zu sehen waren.